Vor einiger Zeit interviewte mich Ulrike Langer, Medienjournalistin und Bloggerin (medialdigital.de), die von Seattle aus Zeitungstrends beobachtet und kommentiert – ihrem Wohnsitz entsprechend mit  Schwerpunkt auf US-Medien. Wir sprachen über die gemeinschaftsfördernde Funktion von Tageszeitungen. Diese Woche wurde das Interview in einer “Journalisten-Werkstatt” der Fachzeitschriften Medium Magazin , Der österreichische Journalist und Der Schweizer Journalist veröffentlicht. Hier ist es:

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Um sich als Journalist Freunde zu machen, empfiehlt es sich zurzeit, einen Kommentar darüber zu schreiben, welch unmenschliches Schicksal Gustl Mollath erleiden muss, dass er ein Opfer ist der selbstherrlichen bayerischen Justiz im Allgemeinen und eines Nürnberger Richters im Besonderen, ein Opfer des selbstherrlichen und unmenschlichen Psychiatriesystems und – ja, das sowieso – einer in Selbstherrlichkeit erstarrten CSU, deren Justizministerin nicht nur selbstherrlich, sondern auch  „eisig“ ist (SZ vom 15. Juni 2013). Landauf, landab lassen sich zurzeit solche viel gelobten Kommentare lesen – von Hamburg bis München, von Berlin bis Düsseldorf. Nicht, dass die Forderung, Herrn Mollath wieder in die Freiheit zu entlassen, dem Grunde nach falsch wäre. Die Journalisten aber spielen in dieser völlig überhitzten Geschichte keine ruhmreiche Rolle.

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“Immer näher dran”, der Slogan des Kurier, ist kein einfaches Ding. Heute zum Beispiel hat unsere Marketingabteilung versucht, ihn mit Leben zu erfüllen. Angekündigt war ein einstündiges Tête-à-Tête mit dem Chefredakteur des Nordbayerischen Kurier, mit mir also, auf der Oberfranken-Ausstellung in Bayreuth. “Stellen Sie Fragen über redaktionelle Inhalte und diskutieren Sie über aktuelle Inhalte, die Sie interessieren”, so lautete die erwartungsvolle Aufforderung in zwei halbseitigen Anzeigen. Ja, und das “Sie” war tatsächlich fettgedruckt. Dazu gab’s sogar noch einen Radiospot in der “Mainwelle”. Allein, es half nichts.

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Die Politik in Bayreuth ist, man kann es nicht anders sagen, in einem schlechten Zustand. Ein Jahr nach dem Machtwechsel, zehn Monate vor der nächsten Stadtratswahl geht in der Stadt nichts voran. Im Gegenteil, es mangelt an Ideen für die Stadtentwicklung, die politische Kaste kapselt sich ab, und eine Erneuerung der Politik ist nicht in Sicht. Im Unterschied zu ihrem Vorgänger pflegt die neue Oberbürgermeisterin  Brigitte Merk-Erbe zwar nicht den Filz, ihre Wahlversprechen von 2012 sind gleichwohl auch heute noch – Versprechen.

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Interessante Diskussion am Freitagabend in einer Osnabrücker Gaststätte. Die Frage: Wollen die Menschen überhaupt noch professionellen Journalismus? Blöde Frage, ich weiß. Und der Kollege von einer weit größeren Zeitung wusste darauf genauso wenig eine Antwort wie ich. Interessant war vor allem, dass sich eine solche Frage überhaupt stellt, obwohl Verlage und Verbände unter Betonung auf Rekord-Reichweiten darauf pochen, dass die Lage – wenn überhaupt – bestenfalls ernst, wenn nicht gar gut sei. Vorige Woche bei der Chefredakteurs-Konferenz des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in Berlin hatte ich die Ehre eine Rede halten zu dürfen: “Qualität im Lokalen – Über Wirklichkeiten und Ansprüche”.

Wen’s interessiert, der lese weiter (Ich habe leicht gekürzt):

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Wir haben’s gemacht. Das, wovor die Netzexperten warnen. Wir verlangen nun als zweiter Verlag in Nordbayern nach dem Fränkischen Tag Geld für die exklusiven Artikel auf unserer Internetseite www.nordbayerischer-kurier.de. Geschlagene 30 Cent pro Beitrag. Warum wir das tun, für was wir künftig Geld verlangen und warum wir nicht einmal ein schlechtes Gewissen haben, durfte ich kürzlich in einem Interview für den “bjv-report” dem freien Journalisten Thomas Mrazek  erzählen. Mit dessen freundlicher Genehmigung veröffentliche ich unser Gespräch leicht gekürzt auf meinem Blog. Und das Beste: Sie können es kostenlos lesen.

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“Journalistische Distanz und heimatliche Nähe – wie passt das zusammen? Indem man Haltung bewahrt, sagt Joachim Braun, Chefredakteur des Nordbayerischen Kuriers. Auch wenn die kritische Berichterstattung ein lokales Idol und damit auf den Unmut der Leser trifft.” So hat die Bundeszentrale für politische Bildung einen Beitrag von mir geteasert, für ein umfangreiches, lesenswertes Dossier zum Thema Lokaljournalismus, das diese Woche online gestellt wurde (Link). Ich wurde im Dezember 2011 gebeten, einen Text zum Thema Nähe und Distanz beizusteuern. Mit den Erfahrungen aus dem Bayreuther OB-Wahlkampf hätte ich den Beitrag sicher noch etwas anders formuliert. Aber ob Guttenberg oder Hohl – es gibt viele augenfällige Parallelen:

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Eine kleine Aktualisierung nur zum Beitrag über den klagefreudigen Bäderunternehmer Heinz Steinhart. Er möchte jetzt nicht mehr so oft gegen uns klagen, hat er am Telefon unserem Chefreporter gesagt. Darüber freuen wir uns natürlich und glauben natürlich auch nicht, dass diese Ankündigung etwas damit zu tun hat, dass Herr Steinhart soeben in zwei Instanzen gegen uns verloren hat.

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Mein An(ge)kommen-Blog hat einen großen Bruder bekommen, einen, der es wirklich kann, das Schreiben, meine ich. Ich freue mich über Deine Bayreuth-Betrachtungen, lieber Stadtschreiber Volker Strübing:

http://bayreuthertagebuch.wordpress.com/

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Die Zeitungen stecken in der Krise, darüber war hier schon ein paar Mal die Rede. Wir suchen nach neuen Geschäftsmodellen, um bröckelnde Anzeigenerlöse (ja, uns geht’s da so wie dem Bayreuther Festspielhaus) und erodierende Auflagen auszugleichen. Da wird viel nachgedacht, viel ausprobiert, und doch ist es ein Branchenfremder, der uns nun den Weg weist: Roland Ranftl, Alleingeschäftsführer des größten Arbeitgebers der Stadt, des kommunalen Klinikums Bayreuth, hat uns in unserer Weihnachtsausgabe den Weg aus der Krise gewiesen, mit einer (anständig bezahlten) Anzeige, also fast schon traditionell. Wir laden dazu ein, es ihm nach zu machen, unter dem Motto:  “Haut den Kurier”.

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