Die Politik in Bayreuth ist, man kann es nicht anders sagen, in einem schlechten Zustand. Ein Jahr nach dem Machtwechsel, zehn Monate vor der nächsten Stadtratswahl geht in der Stadt nichts voran. Im Gegenteil, es mangelt an Ideen für die Stadtentwicklung, die politische Kaste kapselt sich ab, und eine Erneuerung der Politik ist nicht in Sicht. Im Unterschied zu ihrem Vorgänger pflegt die neue Oberbürgermeisterin  Brigitte Merk-Erbe zwar nicht den Filz, ihre Wahlversprechen von 2012 sind gleichwohl auch heute noch – Versprechen.

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Interessante Diskussion am Freitagabend in einer Osnabrücker Gaststätte. Die Frage: Wollen die Menschen überhaupt noch professionellen Journalismus? Blöde Frage, ich weiß. Und der Kollege von einer weit größeren Zeitung wusste darauf genauso wenig eine Antwort wie ich. Interessant war vor allem, dass sich eine solche Frage überhaupt stellt, obwohl Verlage und Verbände unter Betonung auf Rekord-Reichweiten darauf pochen, dass die Lage – wenn überhaupt – bestenfalls ernst, wenn nicht gar gut sei. Vorige Woche bei der Chefredakteurs-Konferenz des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in Berlin hatte ich die Ehre eine Rede halten zu dürfen: “Qualität im Lokalen – Über Wirklichkeiten und Ansprüche”.

Wen’s interessiert, der lese weiter (Ich habe leicht gekürzt):

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Wir haben’s gemacht. Das, wovor die Netzexperten warnen. Wir verlangen nun als zweiter Verlag in Nordbayern nach dem Fränkischen Tag Geld für die exklusiven Artikel auf unserer Internetseite www.nordbayerischer-kurier.de. Geschlagene 30 Cent pro Beitrag. Warum wir das tun, für was wir künftig Geld verlangen und warum wir nicht einmal ein schlechtes Gewissen haben, durfte ich kürzlich in einem Interview für den “bjv-report” dem freien Journalisten Thomas Mrazek  erzählen. Mit dessen freundlicher Genehmigung veröffentliche ich unser Gespräch leicht gekürzt auf meinem Blog. Und das Beste: Sie können es kostenlos lesen.

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“Journalistische Distanz und heimatliche Nähe – wie passt das zusammen? Indem man Haltung bewahrt, sagt Joachim Braun, Chefredakteur des Nordbayerischen Kuriers. Auch wenn die kritische Berichterstattung ein lokales Idol und damit auf den Unmut der Leser trifft.” So hat die Bundeszentrale für politische Bildung einen Beitrag von mir geteasert, für ein umfangreiches, lesenswertes Dossier zum Thema Lokaljournalismus, das diese Woche online gestellt wurde (Link). Ich wurde im Dezember 2011 gebeten, einen Text zum Thema Nähe und Distanz beizusteuern. Mit den Erfahrungen aus dem Bayreuther OB-Wahlkampf hätte ich den Beitrag sicher noch etwas anders formuliert. Aber ob Guttenberg oder Hohl – es gibt viele augenfällige Parallelen:

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Eine kleine Aktualisierung nur zum Beitrag über den klagefreudigen Bäderunternehmer Heinz Steinhart. Er möchte jetzt nicht mehr so oft gegen uns klagen, hat er am Telefon unserem Chefreporter gesagt. Darüber freuen wir uns natürlich und glauben natürlich auch nicht, dass diese Ankündigung etwas damit zu tun hat, dass Herr Steinhart soeben in zwei Instanzen gegen uns verloren hat.

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Mein An(ge)kommen-Blog hat einen großen Bruder bekommen, einen, der es wirklich kann, das Schreiben, meine ich. Ich freue mich über Deine Bayreuth-Betrachtungen, lieber Stadtschreiber Volker Strübing:

http://bayreuthertagebuch.wordpress.com/

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Die Zeitungen stecken in der Krise, darüber war hier schon ein paar Mal die Rede. Wir suchen nach neuen Geschäftsmodellen, um bröckelnde Anzeigenerlöse (ja, uns geht’s da so wie dem Bayreuther Festspielhaus) und erodierende Auflagen auszugleichen. Da wird viel nachgedacht, viel ausprobiert, und doch ist es ein Branchenfremder, der uns nun den Weg weist: Roland Ranftl, Alleingeschäftsführer des größten Arbeitgebers der Stadt, des kommunalen Klinikums Bayreuth, hat uns in unserer Weihnachtsausgabe den Weg aus der Krise gewiesen, mit einer (anständig bezahlten) Anzeige, also fast schon traditionell. Wir laden dazu ein, es ihm nach zu machen, unter dem Motto:  “Haut den Kurier”.

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Wenn ich das nächste Mal auf die Welt komme, möchte ich als Rechtsanwalt wiedergeboren werden. Und ich wüsste auch schon meinen Lieblingsmandanten. Es ist der mittelfränkische Unternehmer Heinz Steinhart, bekannt als ehemaliger Betreiber der ehemaligen Kristalltherme in Fichtelberg und vieler anderer, ehemals kommunaler Bäder in der ganzen Republik . Der Mann klagt sich quer durch die bundesdeutsche Medienlandschaft, mit einstweiligen Verfügungen, Gegendarstellungen und ähnlichem mehr. Beziehungsweise, er lässt klagen. Seine Berliner Kanzlei – den Name schreibe ich nicht, vielleicht müsste ich dann kostenpflichtig widerrufen -  dürfte mit ihrem klagefreudigen Mandanten jedenfalls einen Lottosechser gewonnen haben. Dem Presserecht sei Dank.

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Es scheint, der Untergang des Abendlandes stehe bevor. Seitenweise wurde in den vergangenen Tagen der im Totenbett dahinsiechenden Frankfurter Rundschau gedacht. Dabei ist die Insolvenz des Blattes folgerichtig, und sie bahnte sich seit Jahren an. Eine Katastrophe ist der Untergang der FR ausschließlich für die betroffenen Journalisten, Verlags- und Druckereimitarbeiter. Das Vorzeigeblatt der 68er hat es aufgrund vieler Managementfehler,  aber auch mangelnder Veränderungsbereitschaft weder geschafft, für seine traditionellen Leser ein “Must Have” zu bleiben noch einen Markt für neue Leser zu schaffen. Und ganz gewiss war nicht das Internet “schuld” an der Pleite der Frankfurter. Deshalb sind Äußerungen wie die des FAZ-Herausgebers Werner D’Inka ein bloßes Ärgernis: “Wer für guten Journalismus nicht gutes Geld ausgeben will, liefert sich dem Kommerz und den Suchmaschinen aus, die gierig sind auf unsere Daten. Und wenn die letzte anständige Zeitung verschwunden ist, bleibt nur noch das Geschwätz.”

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In Pegnitz ist die Welt noch heil. 30 Jahre lang wirkte dort “Glück-Auf”-Bürgermeister Thümmler, und nun warten wir auf das Wählervotum für seinen Nachfolger. Wir, das heißt mal nicht nur die Journalisten, sondern auch die Pegnitzer Bürger. Die strömten heute vormittag zwar nicht gerade in die Wahllokale (Link), aber dass sie sich dafür interessieren, wer von den vier Herren sie künftig regiert, steht außer Frage: Schon allein wegen der 600 Besucher bei der Podiumsdiskussion vor neun Tagen. Das ist fast ein Zehntel der Wählerschaft. Nur ein Vergleich: In Bayreuth kamen im Frühjahr zu einer ähnlichen Veranstaltung nicht mal ein Prozent.

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