Di 7 Feb 2012
Der NK und seine Helfershelfer
Posted by jbraun under Die Menschen, Die Stadt
[38] Comments
Dr. Michael Hohl und ich sind Freunde, schon lang. Viele in Bayreuth glauben das wohl nicht. Aber Herr Hohl hat’s “bestätigt”. Und seitdem bin ich einer von über 4500 Freunden des OB auf Facebook. Das ist doch was. Mich hingegen muss Herr Hohl nur mit gut 300 Leuten teilen. Allein, das zeigt doch schon, wer in dieser Stadt wichtig ist und wer nicht. Wer etwas zu sagen hat und wer nicht. Gleichwohl hat Herrn Hohls CSU den Nordbayerischen Kurier und damit auch mich im laufenden OB-Wahlkampf als den eigentlichen Gegner auserkoren. Und der muss natürlich bekämpft werden. Zitat aus einem parteiinternen Rundschreiben vom vorigen Samstag: “Das Bemühen einiger Journalisten, unsere Arbeit zu diskreditieren und eine Stichwahl am 11. März 2012 zu erzwingen, treibt mitunter seltsame Blüten.”
Wenn es denn tatsächlich so wäre, wie Herr Gerhards schrieb – er ist im CSU-Fraktionsvorstand, vertritt im Stadtrat die CSU-Tarnliste BTgo! und ist kein Facebook-Freund von mir, dafür aber gefällt ihm Maisel’s Weisse – wenn Herr Rechtsanwalt Gerhards also Recht hat, dann wäre das tatsächlich ein starkes Stück! Lokalzeitung macht Politik, Kurier macht Oberbürgermeister. Ja, pfui. Wo gibt’s denn so was? Dass der OB da nicht zuschauen kann, das ist doch klar. Nur wieso hat er dann erst am Wochenende dem Lokalradio erzählt, er habe – “nein, nein, nein, nein, nein” – kein Problem mit der Zeitung.
Weil er’s tatsächlich nicht hat, denn Michael Hohl (und seine Berater) haben von Obama gelernt: Er führt Wahlkampf über die eigene Internetseite (michael-hohl.info), vor allem aber über Facebook (https://www.facebook.com/dr.michael.hohl – was sehr zeitintensiv sein dürfte, wenn er es denn tatsächlich selber macht) und natürlich zu Fuß, in der persönlichen Begegnung mit seinen Wählern bei Vereinsversammlungen, Faschingssitzungen und “After-Work-Talks”.
Bei so vielen Aktivitäten ist klar, dass der Oberbürgermeister für die Podiumsdiskussion der Zeitung keine Zeit hat, wegen “dienstlicher Verpflichtungen” (Original-Ton CSU-Mail). Ein Wettstreit mit den drei Gegenkandidaten? Geschenkt, das ist ja wohl Wahlkampf von gestern. Sollen doch die Mitbewerber schauen, wie sie ihre Botschaften selber unters Volk bringen.
Dass die meisten der 150 Kommentare auf der Kurier-Website von dieser – ganz offiziell terminlich bedingten – Absage empört sind … ebenfalls geschenkt! In der CSU-internen Risiko-Analyse (Was kostet den OB mehr Stimmen, die Teilnahme oder die Nicht-Teilnahme an der Podiumsdiskussion?) wurde die Sache offenbar schon vor langer Zeit entschieden.
Ich muss ehrlich sagen (und das ist nun wirklich keine Ironie!), ich finde das Hohl’sche Experiment interessant und hochspannend und vielleicht sogar richtungweisend. Vielleicht beweist “Barack” Hohl ja damit tatsächlich, dass die Zeitung vor Ort als Politikvermittler irrelevant geworden ist. Vielleicht zeigt sich auch das Gegenteil. Da sind sich die CSU-Leute immerhin nicht sicher. Warum sonst würden sie so viel Zeit und Energie verschwenden, die Zeitung zu attackieren?
Tatsächlich wusste die Bayreuther CSU schon vier Tage (!) vor der Kurier-Veröffentlichung über die Absage des OB und meines Zeitungskommentars dazu (“Michael Hohl kneift”) exakt, was passieren wird. Am 24. Februar ging eine Rundmail an die Mitglieder raus, unterzeichnet wieder von Parteifreund Gerhards:
“Es sollte selbstverständlich sein, dass die Amtsgeschäfte wichtiger sind als vom Nordbayerischen Kurier vorgegebene “Wahlkampftermine”. Die vom Nordbayerischen Kurier geplanten Termine für die Podiumsdiskussion wurden von Dr. Michael Hohl daher abgesagt. Der Kurier wiederum sah sich leider nicht in der Lage, einen Ausweichtermin anzubieten. Im Hinblick auf die zu erwartende Berichterstattung sei ausdrücklich betont, dass sich die Absage nicht gegen die anderen Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters richtet und schon gar nichts mit “Feigheit” zu tun hat.”
Soso, dumm nur, dass dies so nicht stimmt. Unsere Zeitung hatte dem OB nach dessen Absage (und vor der CSU-Rundmail) sogar angeboten, dass er selbst einen Termin für die Diskussion bestimmen könne. Auch dies wurde unter Hinweis auf fehlende Zeit abgelehnt – na klar: Faschingsveranstaltungen als “Jungfrau”, Vereinsversammlungen, “After-Work-Talks”. Da bleibt für mich als einzig mögliche Erklärung: Der OB will einfach nicht. Aber das ist tatsächlich sein gutes Recht, er muss ja nicht mit der Zeitung zusammenarbeiten.
Und so steht die CSU-Front unerbittlich und eisenhart (nochmal ein Zitat aus der Mail): “Liebe Freunde, lasst Euch nicht beirren, falls die (ver-)öffentlichte Meinung demnächst hierzu andere Worte spricht.”
Was ich bei allem Verständnis und meiner Neugierde über den Ausgang dieses Wahlkampf-Experiments nicht verstehe, ist, dass Michael Hohl nicht tatsächlich erhobenen Hauptes durch Bayreuth marschiert. Der Mann hat doch in seinen sechs Amtsjahren was erreicht für die Stadt. Trotzdem, so muss ich in der CSU-Mail lesen, ist er umzingelt von Gegnern:
“Liebe Freunde, wir müssen kämpfen, kämpfen, kämpfen. Es ist nicht pathetisch, wenn ich sage, dass wir aktuell gegen viele Gegner zu kämpfen haben. Bezeichnend ist, dass man uns nicht in der Sache angreift – denn da gibt es ja nichts zu kritisieren – sondern allein mit unterschwelligen, vagen Behauptungen und Diffamierungen arbeitet. Packt alle mit an, dass diese Stadt auch weiterhin in guten Händen bleibt und die Rechnung des NK und seiner Helfershelfer nicht aufgeht.”
Irgendwie erinnert mich das meine Kindheit und an Karl May und an die tapferen Weißen/Indianer, die im Wilden Westen überall und immer gegen die (gar nicht edlen) Siedler/Rothäute zu kämpfen hatten. Meistens hatten die Indianer das Nachsehen, oft bin ich aber auch einfach vor Ende der Schlacht aus meinem Traum aufgewacht.
Wenn ich jetzt aufwache und über den OB-Wahlkampf und Dr. Hohl nachdenke und mich an dessen Appell an seine Gegenkandidaten erinnere, einen “fairen Wahlkampf” zu führen, dann frage ich mich schon, was passiert eigentlich nach dem 11. März? Sind der “NK und seine Helfershelfer” dann immer noch der Feind, der bekämpft werden muss? Und glaubt die CSU weiterhin, Aufgabe der Zeitung sei es, Steigbügelhalter der Mehrheitspartei zu sein?
Irgendwie ist Dr. Hohl leider doch nicht Obama. Jedenfalls nicht ganz. Darum bin ich auf den 11. März sehr gespannt. Und hoffentlich bin ich danach immer noch Herrn Hohls Freund – wenigstens auf Facebook.
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P.S.: Der Nordbayerische Kurier bleibt weiter bei seiner Linie, Herrn Dr. Hohl und seine drei Gegenkandidaten im Wahlkampf gleich zu behandeln.
P.P.S.: Das Synonomlexikon setzte Helfershelfer mit folgenden Begriffen gleich: Handlanger, Kumpan, Mitschuldiger, Mittäter, Spießgeselle, Komplize.
P.P.P. S.: In den nächsten Tagen ergeht an alle vier Kandidaten die Frage, wie hoch ihr Wahlkampf-Budget ist und woher das Geld kommt. Auf die Antworten bin ich gespannt.
38 Responses to “ Der NK und seine Helfershelfer ”
Trackbacks & Pingbacks:
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[...] mit den anderen Kanditaten. Das wird natürlich vom Nordbayerischen Kurier ausgeschlachtet. Sie hier. Seine Position ist klar: Weitermachen wie bisher. Wer damit zufrieden ist, der mag ihn wählen und [...]
Tja Herr Braun, nachdem die CSU ihren Ober-Netzwerker und Vordenker verloren hat, flattern halt die Nerven.
Stellen Sie sich mal vor wie “Catweazle” Gerhards reagiert, wenn Schlags u. eine der Damen in die Stichwahl müßten. Allein die Vorstellung ist schon viel Geld wert.
Sehr geehrter Herr Braun,
zunächst einmal fühle ich mich geschmeichelt, dass Sie meinen Newsletter verfolgen und offenbar intensiv studieren. Eine Freundschaftsanfrage auf Facebook kann ich Ihnen aus grundsätzlichen persönlichen Überzeugungen leider nicht anbieten, würde mich aber freuen, Sie direkt in den Newsletterverteiler aufnehmen zu dürfen. Sind Sie einverstanden?
Gestatten Sie mir abschließend noch zwei persönliche Bemerkungen:
Leider weisen Ihre Zeitungsartikel regelmäßig weder den Umfang, noch die inhaltliche Tiefe auf, die Sie anscheinend zu leisten imstande sind. Auch ist Ihr Blog stilistisch und rhetorisch deutlich besser geschrieben als das Meiste, was Sie im NK zutage fördern. Sicherlich haben Sie Verständnis dafür, wenn ich mir als Leser des NK manchmal wünsche, dass Sie in die dortigen Artikel mehr Zeit und Engagement investieren als in Ihre Blogs.
Um zu einem versöhnlichen Abschluss zu kommen, möchte ich meiner Freude über Ihr folgendes Zitat Ausdruck verleihen:
“Der Mann hat doch in seinen sechs Amtsjahren was erreicht für die Stadt.”
Gern will ich Sie in meinem nächsten Newsletter insoweit zitieren. Sollten Sie diese Ihre Meinung zugunsten von Dr. Michael Hohl sogar im NK preisgeben, würde ich vielleicht sogar die Sache mit der Freundschaftsanfrage nochmal überdenken.
Ihr
Oliver Gerhards
Sehr geehrter Herr Gerhards,
auch mich freut natürlich, dass Sie so nah dran sind an meinem Blog, dass Sie ganz schnell reagieren konnten. Ihren Vorschlag mit dem Newsletter finde ich gut. Es ist nämlich ganz schön mühsam, da dran zu kommen.
Zitieren dürfen Sie mich selbstverständlich, der Blog ist ja öffentlich. Aber ich würde schon bitten, dass Sie meine Worte nicht aus dem Kontext reißen. Das ist auch der Grund,warum Sie den Satz, der Ihnen so gut gefällt, so nicht im Kurier lesen werden. Die Erläuterungen drumherum sind zu platzintensiv.
Ihr
Joachim Braun
Die Hybris (griechisch ὕβρις „Übermut, Anmaßung“) bezeichnet eine Selbstüberhebung, die unter Berufung auf einen gerechten göttlichen Zorn, die Nemesis, gerächt wird. Die Hybris ist der Auslöser des Falls vieler Hauptfiguren in griechischen Tragödien. Die Hauptfigur ignoriert in ihrer Überheblichkeit Befehle und Gesetze der Götter, was unvermeidlich zu ihrem Fall und Tod führt.
Das griechische Verb ὑβρίζειν bedeutet bei Homer „zügellos werden“ oder „sich austoben“ und wird auch auf Flüsse, wuchernde Pflanzen und überfütterte Esel angewandt, die schreien und aufstampfen. Im aktuellen Sprachgebrauch wird Hybris als ein bildungssprachlicher Ausdruck für Vermessenheit und Selbstüberhebung verwendet., die zu einem schlimmen Ende führen werden.
Hybrid ist neben hybrisch seit dem 20. Jahrhundert fälschlicherweise als Adjektivierung von Hybris gebräuchlich und bezeichnet etwas sich selbst Überschätzendes, Größenwahnsinniges, von Hybris Besessenes. Quelle: Wikipedia.de
Herr Braun – es ist kein Geheimnis, dass ich von Michael Hohl als Oberbürgermeister nichts halte.
Aber IHRE unfassbar respektlose und menschenverachtende Art des Umgangs mit anderen Personen (und damit meine ich ausdrücklich nicht nur Michael Hohl), Ihre übersteigerte Hybris, die sich eigentlich nur als Kompensation eines pathologisch niedrigen Selbstwertgefühl erklären lässt, lässt mich nur hoffen, dass nicht nur der OB in Kürze seine Koffer packen muss.
Kein Wunder, dass man in Bad Tölz mehr als die berühmten drei Kreuze gemacht hat.
Sehr geehrter Herr Braun,
danke für die prompte Antwort. Werde Sie in den Verteiler aufnehmen.
Für einen Moment lang habe ich Ihr “Aber ich würde schon bitten, dass Sie meine Worte nicht aus dem Kontext reißen.” tatsächlich ernst genommen. Guter Scherz! Werde Ihr Zitat in alter NK-Manier verwenden…
Ihr
Oliver Gerhards
Interessanter Schlagabtausch, auch wenn Würzburg weit weg ist. Schwingt da Hassliebe mit?
Nein, nur unterschiedliche Vorstellungen zwischen Politik und Journaille, und mein Temperament (wegen mir auch Hybris, wie Herr giovanotti diagnostiziert), darüber zu schreiben. Ich mag halt keine Hinterzimmer.
Übrigens ein sehr interessantes Profilbild von Herrn Gerhards auf seiner Facebookseite.
Er wird hier doch nicht in der Bayerischen Gemeindeordnung schmökern…
Ansonsten sind die Online- und Leserbriefkommentare der schwarzen Wadlbeisser und braven Parteisoldaten beste Unterhaltung. Machen Sie weiter so!
Solange Netzwerke funktionieren und eine Hand die andere wäscht – solange ist ja alles in bester Ordnung…
Was treibt einen Menschen wie “Giovanotti” dazu, einen derartigen Beitrag zuschreiben.
Offensichtlich legt er großen Wert auf Bildung. Aber dazu gehört auch ein Maß an Achtsamkeit und Sachlichkeit.
Aber sein Beitrag zeigt eher eine “übersteigerte Hybris, die sich eigentlich nur als Kompensation eines pathologisch niedrigen Selbstwertgefühl erklären lässt” (Zitat!).
Ein anderer Kommentar ist überflüssig.
So souverän wie Obama geht der OB in der Tat (noch) nicht mit den neuen Medien im Web 2.0 um. Zumindest die Begrüßung auf seinem neuen YouTube Kanal wirkt etwas hölzern. Leider spielt er auch nicht Saxophon wie weiland Bill Clinton. Dafür intoniert er in dem zweiten YouTube Video den Song “Cocaine” von Eric Clapton. Das wiederum finde ich schon recht locker und frage mich: “Ist das jetzt der offizielle Wahlsong der CSU und was soll uns das inhaltlich sagen?”
“If you wanna hang out You’ve gotta take her out, Cocaine”
http://bit.ly/zK6C7F Vielleicht doch keine Sperrzeitverlängerung und mehr Party in der Stadt? Oder ein versteckter Aufruf zum Drogenkonsum auf dem Bürgerfest? Ein Schelm wer böses dabei denkt.
Aber in Bayreuth spielt Musik ja allgemein eine sehr große Rolle – da ist es sicher nicht verkehrt, wenn der Wahlkampf auch auf der musikalischen Ebene geführt wird.
Die Oberbürgermeistersinger von Bayreuth sozusagen. Ich finde das hat was
@ oliver gschwendner: Hallo, Oliver, der OB spielt Gitarre, und gar nicht mal schlecht
@jbraun: Hallo, Herr Braun, wann kommen Sie denn endlich in Bayreuth an? Bzw. seit wann wissen Sie den Termin zur OB-Wahl und wann haben Sie Herrn Dr. Hohl angefragt? Also ich hätte das mindestens ein halbes Jahr vor dem Wahltermin gemacht, wenn nicht früher. Dann hätte es auch keine Terminprobleme gegeben.
Und was das Thema “Freunde” angeht: Mal im Ernst, Sie müssen natürlich kein Freund vom OB werden, denn wenn ich Ihre Aufgabe hier richtig verstanden habe, sind Sie ein Gegner jeglichen Geklüngels. Aber man kann und sollte vielleicht doch wieder etwas aufeinander zugehen, schliesslich ist das doch eine ziemlich überschaubare sprich kleine Stadt. Gilt natürlich auch für den OB, der seine Wadelbeisser vielleicht etwas bremsen könnte.
Viele Grüße, CS
Eigentlich kann ich weder über Herrn Braun noch über den Kurier lachen – denn eigentlich ist es eher traurig, was dort manchmal veröffentlicht wird.
Bei zwei Punkten musste ich allerdings herzhaft lachen:
1.) P.S.: Der Nordbayerische Kurier bleibt weiter bei seiner Linie, Herrn Dr. Hohl und seine drei Gegenkandidaten im Wahlkampf gleich zu behandeln.
2.) Aber ich würde schon bitten, dass Sie meine Worte nicht aus dem Kontext reißen.
Egal was hier geschrieben wird. Ich finde Herrn Braun gut! Möcht fast sagen, bin ein Fan von ihm und zwar seit ich seinen Kommentar über die Kulmbacher Bierwoche im letzten Jahr las. Weiter so Herr Braun und bleiben Sie mir bitte in Bayreuth. Keine Koffer packen …
Natürlich ist Herr Braun gut. Das ist ja das Problem.
Man müsste halt als Partei mit den Medien umgehen können. Ihnen die richtigen Informationen zukommen lassen, anstatt hier eine Art Krieg anzuzetteln. Die einzige Zeitung der Stadt als Gegner zu bezeichnen, wie lachhaft.
Wie will eine solche Partei eine Stadt führen?
Cornelius Sturm schreibt:
“Aber man kann und sollte vielleicht doch wieder etwas aufeinander zugehen, schliesslich ist das doch eine ziemlich überschaubare sprich kleine Stadt. Gilt natürlich auch für den OB, der seine Wadelbeisser vielleicht etwas bremsen könnte.”
Nein!!
Ich möchte nicht, dass Herr Braun auf den OB oder die CSU-Bayreuth zugeht.
Als Journalist soll weiter sachlich und neutral schreiben.
Also bitte keinen Kuhhandel wegen der “Wadelbeisser”.
Das sehe ich genauso!
Ich kenne den Kurier nur als Hofberichterstatter. Endlich betreibt er auch Journalismus.
Herr Braun ist mit Sicherheit Profi genug, um nicht nachtragend zu sein. Wenn die CSU wieder von ihrem Tripp herunter ist, wird sich alles wieder normalisieren.
mir ist die art und weise wie herr braun artikel schreibt oder seine persönliche meinung in diesem blog kund tut sehr sympathisch.
ich finde das gerade so lachnummern wie unsere bt/go superzäpfchen einiges mehr an beobachtung verdienthaben als dies derzeit der fall ist. das gilt natürlich auch für das restliche pack, vorallem die csu fraktion.
es muss viel mehr kritisch über die seilschaften und den filz in bayreuth berichtet werden. im grunde ist es doch so, jeder weiß es aber keiner macht sein maul auf…
ich bitte meinen leicht erregten schreibstil zu entschuldigen, ich kann einfach nicht anders
Es ist sehr erfreulich, dass der NK von Zeit zu Zeit auch unbequem berichtet, sich vor allem unbequem zu berichten traut.
Material bietet gerade OB Hohl und sein Umfeld ausreichend. Deren Umgang mit den Medien (und das ist in BT nun eben der NK) ist meist in der Tat unprofessionell . Und das ist kein CSU-Phänomen, sondern Hohl&Co.
Als Regierende, egal ob in Bund oder wie hier in unserer Provinzstadt, muss man sich doch bewusst sein, dass man mehr Angriffsfläche bietet als die Opposition. Nur kann mit dieser OB Hohl leider ebensowenig umgehen. Umso mehr Verantwortung kommt der Presse zu. Das gilt auch für die Bericte über die Opposition.
Der Verantwortung kommt Herr Braun nach und schaut nicht weg. Interessant ist dann die Reaktion aus dem Rathaus – meist vorhersehbar. Ist es nicht erstaunlich, wie schnell sich Filz bilden kann? Ich hoffe, dass sich der nicht auf den NK ausbreitet. Es sieht zum Glück derzeit nicht danach aus.
Weiter so, Herr Braun.
Sehr geehrter Herr Braun,
eigentlich wollte ich mich zu diesem Thema nicht mehr äußern, aber nachdem Sie BT go! in diesem Blog mal wieder als Tarnliste bezeichnen und Sie sich selbst immer wieder als “Kontrolleur” der Mehrheit, ja sogar als ein unabhängiges Korrektiv, darstellen, möchte ich doch folgendes klarstellen:
1. Unabhängigkeit des NK / Tarnliste BT go!
Wie Sie selber wissen, sind die Beteiligungen der SPD im Medienbereich hauptsächlich in der “Druck- und Verlagsgesellschaft mbH” (DDVG), die 1996 in Hamburg gegründet wurde, zusammengefasst. Diese DDVG, die zu 100 Prozent im Eigentum der SPD steht, ist die größte Gesellschafterin der Druckhaus Bayreuth GmbH, die wiederum mit 62,5 Prozent größter Anteilseigner des Nordbayerischen Kurier ist.
Der NK sollte sich daher nicht als “unabhängig” bezeichnen. Wenn BT go! eine Tarnliste ist, dann ist der NK ein camoufliertes SPD-Parteiblatt.
2. “Kontrolleur” der Mehrheit
Richtig ist, dass die CSU den Oberbürgermeister stellt und gemeinsam mit BT go! über die größte Fraktion im Bayreuther Stadtrat verfügt. Wie Ihnen aber ebenfalls bekannt ist, hat die Fraktion gemeinsam mit dem Oberbürgermeister “nur” 16 von 45 Stimmen im Bayreuther Stadtrat. Eine Mehrheit hat die CSU dort also nicht. Alle wichtigen Entscheidungen der Stadt, die nicht Gegenstand der laufenden Verwaltung sind, müssen nach der Gemeindeordnung vom Stadtrat beschlossen werden. Ebenso wie die Regierung im Bund ohne eine Zustimmung des Bundesrats wichtige Gesetze nicht beschließen kann, vermag also auch die CSU in Bayreuth allein wesentliche Entscheidungen nicht zu treffen. Abgesehen davon ist dem Stadtrat als Verwaltungsorgan Ihr denken von “Regierung” und “Opposition”, das den Parlamenten (was der Stadtrat gerade nicht ist) vorbehalten ist, fremd.
Der Vorwurf mangelnder Ehrlichkeit, Transparenz und fehlenden Verantwortungsbewusstseins fällt damit letztlich auf Sie selbst zurück.
Freundlich grüßt Ihr
Oliver Gerhards
Sehr geehrter Herr Gerhards,
da haben Sie aber schlecht recherchiert: Die DDVG ist mit 47,5 Prozent am Druckhaus Bayreuth beteiligt, die restlichen 52,5 Prozent hält Verleger Dr. Laurent Fischer (Bayreuth). Rechnet man exakt um, dann ist die DDVG mit unter 30 Prozent der kleinste Anteilseigner des Nordbayerischen Kurier. Der größte ist mit 37,5 Prozent Verleger Wolfgang Ellwanger (Bayreuth). Herr Ellwanger ist auch Geschäftsführer unserer Zeitung und dürfte selbst für Sie, Herr Gerhards, sozialdemokratischer Umtriebe unverdächtig sein. Mehr dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Druck-_und_Verlagsgesellschaft
Wie Sie darauf kommen, dass ich mich als Ihren “Kontrolleur” betrachte, weiß ich nicht. Auch von dem angeblichen “Vorwurf mangelnder Ehrlichkeit, Transparenz und fehlenden Verantwortungsbewusstseins” lese ich in meinem Post nichts.
Es tut mir natürlich sehr leid, wenn ich mit meinen Auslassungen das Kollegialorgan Stadtrat diskreditiert habe und Konflikte darstelle, wo es keine gibt.
Nett ist, dass Sie die Gemeindeordnung zitieren. Im Artikel 52 ist geregelt, dass Sitzungen grundsätzlich öffentlich sind, was eine Mehrheit des Bayreuther Stadtrats und der jeweiligen Ausschüsse (also nicht nur CSU/BT go!) regelmäßig verhindert. Im Dunkeln ist gut munkeln. Aber das ist tatsächlich ein anderes Thema …
Auch Ihnen einen schönen Sonntag
Joachim Braun
Wie schön, daß Sie in diesem Zusammenhang Herrn Ellwanger erwähnen und immerhin noch in der Lage sind, dessen Geschäftsführung anzuerkennen. Völlig unabhängig parteipolitischen Prioritäten gibt es sowohl bei ihm als auch bei Herrn Rümmele durchaus Grenzen hinsichtlich der zynischen Zurschaustellung andersdenkender Leser gleich Kunden, die die beiden Ihnen aufgrund nachvollziehnbarer ökonomischer Interessen sicherlich noch einmal eingehend erläutern werden.
Was wollen Sie eigentlich von mir, Giovanotti?
???
Ja ist denn noch Glühweinzeit?
Muss man das verstehen?
Wie peinlich anzusehen ist das denn? Etwas mehr Souveränität und einen dickeren Pelz sollten auch Provinzpolitiker schon an den Tag legen. Egal aus welcher Partei. Man muss doch nicht gleich wie ein kleines Kind im Sandkasten reagieren.
Es macht auf einen halbwegs politisch denkenden Menschen wirklich keinen guten Eindruck, wenn sich eine Partei in einem kleinen Städtchen wie Bayreuth ständig derart über eine Lokalzeitung echauffiert, mag die auch unbequem sein und man sich unfair behandelt fühlen. Das ist doch keine kultivierte Streitkultur. Oder wünscht sich Herr Hohl chinesische Verhältnisse in Bayreuth?
Bayreuth ist doch wahrlich überschaubar und familiär genug, dass man sich einmal auf ein Bier irgendwo treffen kann. Notfalls ja im Landkreis und mit Mediator.
Reissen Sie sich mal z’amm!!
Sehr geehrter Herr Braun,
zunächst einmal freue ich mich, dass Sie einräumen, dass die SPD – vermittelt über die genannten Gesellschaften – Mitinhaber des Nordbayerischen Kuriers ist. Hinterfragen Sie sich doch bitte einmal selbst, ob Sie bei dieser Sachlage als ein neutraler Beobachter (also nicht als Angestellter des NK und damit indirekt auch Arbeitnehmer der SPD) ebenfalls von einem “überparteilichen” und “unabhängigen” Presseorgan reden würden. Legen Sie hier bei BT go! einerseits und dem NK anderseits nicht unterschiedliche Maßstäbe an!?
Wie ich darauf komme, dass Sie sich als “Kontrolleur” betrachten? Hierzu zitiere ich Sie gern aus einem anderen Dialog:
“Die Zeiten von Mronz und Wild kenne ich leider nicht, nach meiner Ethik hat eine Zeitung keine parteipolitische Präferenz, sie “kontrolliert” allerdings die herrschende Kaste. Dies ist derzeit die CSU”.
Hierauf bezogen sich meine Anmerkungen.
Schließlich noch folgendes zur Gemeindeordnung. Der von Ihnen zitierte Artikel lautet vollständig wie folgt:
“Die Sitzungen sind öffentlich, soweit nicht Rücksichten auf das Wohl der Allgemeinheit oder auf berechtigte Ansprüche einzelner entgegenstehen.Über den Ausschluß der Öffentlichkeit wird in nichtöffentlicher Sitzung beraten und entschieden. Die in nichtöffentlicher Sitzung gefaßten Beschlüsse sind der Öffentlichkeit bekanntzugeben, sobald die Gründe für die Geheimhaltung weggefallen sind.”
Genau hieran hält sich der Bayreuther Stadtrat, auch wenn Ihnen das nicht gefällt. Nennen Sie bitte einen konkreten Vorgang, bei dem gegen diese Vorschrift verstoßen wurde! Andernfalls handelt es sich auch hier um eine dieser vagen Behauptungen, die ich in der von mir zitieren E-Mail kritisiert habe.
Freundlich grüßt
Ihr
Oliver Gerhards
PS: Einem Gespräch beim Bier – mit oder ohne Mediator – steht im Übrigen aus meiner Sicht nichts im Wege…
“Oliver Gerhards
PS: Einem Gespräch beim Bier – mit oder ohne Mediator – steht im Übrigen aus meiner Sicht nichts im Wege…”
Ironie,Rechtsanwalt oder Schiss.
Mal von neutraler Warte: der NK ist nun wirklich weit davon entfernt, ein Parteiorgan zu sein. Er ist eine qualitativ gemischte Lokalzeitung, die für Bayreuth nun mal unverzichtbar ist. Wir reden hier ja nicht vom Neuen Deutschland oder der China Daily.
Ich bin seit eineinhalb Jahrzehnten im Politikbetrieb tätig, Bonn, Berlin und reichlich Ausland und bitte gestatten Sie mir einen kleinen Tipp: es ist – bis auf wenige Ausnahmen – schon aus wahltaktischen Gründen nicht anzuraten, sich mit den hier zu lesenden Vorwürfen gegen die Medien zu stellen. Auch nicht gegen ein Provinzblatt. Es wird schwierig, eine einmal entstandene Eigendynamik wieder einzufangen. Zumal sich die faktenbasierte Diskussion zunehmens in einen emotionalisierten Schlagabtausch wandelt. Am Ende gewinnt niemand und der Wähler langt sich zurecht an den Kopf. Seien Sie souverän. Und falls Sie einen Mediator brauchen – für Bayreuth stünde ich sogar kostenfrei (tja, die Reisekosten wären da leider noch) zur Verfügung
Na ja, vielleicht ein, zwei Bier und Klöß – vermisse ich nämlich beides…
Was ich vielleicht auch noch bemerken sollte: ebenso wenig ratsam ist es übrigens, Privat- und Geschäftsinteressen mit einem öffentlichen Amt zu verquicken oder auch nur den Anschein (!) zu erwecken. Das gilt nicht nur für Bundespräsidenten, sondern auch auf Kommunalebene.
Sollten dann die Medien davon berichten, sollte man von einer Schelte derselben (egal, ob NK oder SZ oder sonst eine Zeitung) besser absehen.
Und auch das gilt ausdrücklich für jede Partei.
Besonders auch auf Kommunalebene.
Das Internet vergisst nichts.
Herr Gerhards,
Sie machen sich und Ihre Partei hier lächerlich und unwählbar.
Herr Braun mag über das Ziel hinaus gehen, aber Ihre Reaktion darauf ist für eine Partei, die eine Stadt führt, absolut nicht würdig.
Neutrale Berichterstattung bedeutet doch nicht, dass alle Kandidaten gleichermaßen gut wegkommen! Was wäre denn das für ein Journalismus?
Es wird berichtet, was angeboten wird. Und da sind die anderen Wahlkampftaktiker offenbar glücklicher, als die Ihrigen. Dafür kann Herr Braun nichts.
Und wenn Sie den KURIER dann auch noch als Gegner betiteln, was erwarten Sie dann noch? Dass er aus Angst vor Herrn OB sofort auf die anderen Kandidaten einschlägt? Irgendwas über die anderen erfindet, damit Herr Hohl wieder besser dasteht?
Bevor Herr Braun da war, hatte Hohl und die CSU kein Problem mit dem KURIER. Dem Blatt wurde immer SPD-Nähe unterstellt, doch mit dem Wechsel bei der letzten Wahl drehte sich die Meinung sehr schnell um: Der KURIER kroch völlig neutral dem jeweils Regierenden in den Hintern, also Ihnen. So der Eindruck. Damit ist – so scheint es – mit Herrn Brau zu Ende. Zum Glück.
Genau sehe ich das auch. Sehr gut auf den Punkt gebracht.
Genau “so”
Ist halt so, wenn man normalerweise Politik in Hinterzimmern macht und nur Ja-Sager, Abnicker und Röhrensee-Tieftaucher kennt.
Herr Braun, keine Angst und weiter so.
Einem Oliver Gerhards sollte man zugute halten, dass er noch relativ jung und unerfahren ist.
Deshalb sollten wir Verständnis haben, wenn er noch auf der Suche nach seinen Möglichkeiten ist, sich zu profilieren und zu engagieren.
Aber Feindbilder sind sicher nicht der richtige Weg.
Da geht halt noch so manches “in die Hose”.
Ob er mit deratigen öffentlichen Auftritten seiner Partei einen Gefallen tut, ist eine andere Sache.
Ja, das ist ein Punkt. Wissen Sie, wenn ich mir die Auftritte des Herrn Gerhards ansehe, kommt mir das wirklich bekannt vor. Ohne verallgemeinern zu wollen oder eine gesamte Berufsgruppe in die Haftung zu nehmen (nichts läge mir gerade hier ferner): ich betreue angehende Juristen in deren Referendarstation. Sein Typus ist zum Glück nicht in der Mehrheit, aber eben auch nicht unbedingt ungewöhnlich. Nur wächst sich das meist aus, wenn man erst einmal längere Zeit der Realität ausgesetzt war und den ein oder anderen Dämpfer erhalten hat. Darauf hoffe ich auch in diesem Fall.
Herr Braun sollte die Einlassungen von Herrn Gerhards gelassen hinnehmen und weiter Zeitung machen.
Man kann Gerhards vielleicht zugute halten, dass er noch relativ jung ist. Aber Unerfahrenheit? Kommunalpolitische Erfahrungen müsste er doch zwischenzeitlich genügend gemacht haben. So hat der Stadtrat ihm im Juni 2010 wegen Verstoßes gegen die Amtsverschwiegenheitspflicht ein Ordnungsgeld aufgebrummt. Seine Äußerungen in diesem Blog lassen mich aber vermuten, dass Gerhards weder lernfähig noch lernwillig ist.
Ansonsten: Lassen Sie sich nicht beirren, Herr Braun.
Wie recht wohl Ludwig Thoma hatte als er von sich gab “Er war Jurist und auch sonst von mäßgem Verstand”.
Die Leute nahmen immer an, der Kurier sei die Hauspostille der Roten. Aber als Hohl ans Ruder kam, stellte man schnell fest, der Kurier ist nicht das Sprachrohr der Roten, sondern der Etablierten.
Viele Jahrzehnte war man in Bayreuth nach alter “Heffalasmachermanier” gewohnt, im Trüben zu fischen und in verräucherten Hinterzimmern Dinge auszubaldowern, die man dem Parteivolk und dem Wahlvolk selbstgefällig übergestülpt hat.
Nun ist mit Herrn Braun ein scheinbar ausgefuchster und mutiger Journalist in Bayreuth angekommen. Und dieser Herr Braun erdreistet sich nun, Dinge beim Namen zu nennen und nicht mehr den Berichterstatter der Etablierten zu machen. Gottseidank, sage ich, weht mal ein frischer Wind durch die Stadt.
Aber was machen da einige beleidigte “Platzhirsche” nun? Sie jaulen wie getretene Hunde auf und erklären Braun und die Zeitung zu ihrem Feind im Wahlkampf. Was für arme Kleingeister wir da in der Stadt haben, ist doch unglaublich. Und noch unglaublicher ist, dass diese Kleingeister den Wähler für doof halten. Was soll man von solchen Leuten erwarten? Auf keinen Fall, dass sie in der Lage sind, die Geschicke einer Stadt mit über 70.000 Einwohnern zum Wohle deren Bürger objektiv zu steuern!!!