So 22 Apr 2012
Die Geheimniskrämer
Posted by jbraun under Die Stadt
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Mag sein, dass es zu viel verlangt wäre, zu erwarten, dass sich OB Michael Hohl ausgerechnet in seiner letzten Sitzung noch einmal mit dem Thema befasst, dass ihn in den vergangenen Wochen so schrecklich geärgert hat. Aber versprochen ist versprochen: Am 24. Februar hatte unsere Zeitung beantragt, dass die Stadtverwaltung Tagesordnungen und Beschlüsse der nichtöffentlichen Sitzungen bekannt gibt (Link), OB Hohl kündigte daraufhin eine rechtliche Prüfung an (Link) und Anfang März teilte Rechtsreferent Ulrich Pfeifer mit, dass der Stadtrat über das Auskunftsersuchen entscheiden würde (Link). Am Dienstag, 24. April, findet nun die nächste Stadtratssitzung statt, und: Der Transparenz-Antrag steht nicht auf der Tagesordnung, jedenfalls nicht auf der der öffentlichen Sitzung.
Dies ist allerdings nicht der einzige aktuelle Fall, in dem sich Politik und Stadtverwaltung mit der Bayerischen Gemeindeordnung und geltenden Pressegesetzen. Auch in der vergangenen Woche wurden vom Hauptausschuss wieder Themen hinter verschlossenen Türen beraten, bei denen es keinerlei Geheimhaltungsrecht der Politik gibt: Die Vergabe von freiwilligen Leistungen an Vereine im Haushalt 2012 und die Planungen für das gemeinsam mit der Familie Maisel geplante Kongresszentrum.
Zwar haben wir die Auseinandersetzung mit Rathaus und Stadtrat in der Zeitung gespielt. Da sich dieser Blog aber in den letzten Monaten vielfach mit der fehlenden Transparenz befasst hat, dokumentiere ich den Fall auch hier:
Folgende Mail schickte ich am Dienstag, 17. April, um 8.41 Uhr an Herrn Oberbürgermeister Michael Hohl:
>Sehr geehrter Herr Dr. Hohl,
>
> wie ich erfahren habe, geht es im nichtöffentlichen Teil der morgigen
> Hauptausschuss-Sitzung unter anderem um die Haushaltsvorberatung, so weit ich
> weiß vor allem um die freiwilligen Leistungen. Wie Sie wissen, sind dies
> laut Bay. Gemeindeordnung keine Themen, bei denen die Teilnahme der
> Öffentlichkeit auszuschließen ist.
>
> Im Gegenteil: Die Bürger haben aus meiner Sicht einen Anspruch darauf, zu
> erfahren, wie und warum ihre Stadträte die zur Verfügung stehenden
> Steuermittel verteilen. Ich weiß natürlich, dass der Stadtrat auch noch
> darüber berät und dann auch öffentlich. Mit dem jetzigen Prozedere entziehen
> Sie aber die eigentliche Entscheidungsfindung, die demokratische
> Willensbildung, der Öffentlichkeit. Und das finde ich nicht in Ordnung.
>
> Ich wäre Ihnen daher dankbar, wenn Sie den Haushalt morgen in
> öffentlicher Sitzung beraten ließen.
Am Dienstagnachmittag äußerte sich das Rathaus folgendermaßen:
> Der Hauptausschuss wird in seiner morgigen Sitzung die freiwilligen
> Leistungen 2012, also die Zuschüsse der Stadt für Bayreuths Vereine und
> Verbände vorberaten. Dabei geht es natürlich auch um die finanziellen
> Interessen und Belange der Vereine und Verbände. Aus Sicht der Stadtverwaltung
> werden dabei schützenswerte Interessen Dritter tangiert, deshalb schlägt das
> Hauptamt, so wie bisher üblich und vom Stadtrat mitgetragen, eine
> nichtöffentliche Behandlung vor.
>
> Selbstverständlich steht es den Fraktionen frei, dies anders zu sehen und
> gegebenenfalls einen Antrag auf öffentliche Behandlung zu stellen, über
> den dann im Hauptausschuss abzustimmen wäre.
>
> Das Ergebnis der morgigen Vorberatungen wird aber auf jeden Fall – egal,
> ob öffentliche oder nichtöffentliche Behandlung – in die öffentlichen
> Haushaltsberatungen des Gesamtstadtrats eingespeist, dort nochmals diskutiert
> und abschließend entschieden. Insofern ist aus Sicht der Stadt die
> Transparenz der Willensbildung durchaus gewährleistet.”
Daraufhin berichtete der Nordbayerische Kurier in der Mittwochsausgabe folgendermaßen:
Etatberatung nichtöffentlich
BAYREUTH. Um die freiwilligen Leistungen, vor allem um Zuschüsse an Vereine und Verbände, geht es am heutigen Mittwoch, 15 Uhr, in der Sitzung des Hauptausschusses des Bayreuther Stadtrats. Allerdings sollen die Vorberatungen nichtöffentlich stattfinden. In einer Mail an OB Michael Hohl stellte unsere Zeitung dies gestern in Frage mit dem Hinweis, dass die Öffentlichkeit ein Recht darauf hat, zu erfahren, aus welchen Gründen welcher Verein wie viel Geld bekommt. Mit Hinweis darauf, dass es „um die finanziellen Interessen und Belange der Vereine und Verbände“ geht, hat Pressesprecher Joachim Oppold gestern seitens der Verwaltung eine öffentliche Debatte abgelehnt. Zitat: „Aus Sicht der Stadtverwaltung werden dabei schützenswerte Interessen Dritter tangiert.“ (job)
und kommentierte:
Bürgerferne
Soso, die finanziellen Interessen der Bayreuther Vereine und Verbände sind so „schützenswert“, dass die Öffentlichkeit kein Recht hat, zu erfahren, warum sie wie viel Steuergeld bekommen. Die Argumentation ist interessant, aber falsch und zeigt, wie weit sich die Stadtverwaltung beziehungsweise in diesem Fall das Hauptamt in den vergangenen Jahrzehnten vom Bürger entfernt hat. Und wenn die Zahlen dann doch öffentlich werden, in der Stadtratssitzung, dann ist eh alles entschieden
und keiner fragt mehr nach. Immerhin verweist das Rathaus darauf, dass es in der Souveränität der Stadträte liegt, heute über eine öffentliche Beratung zu beschließen. Hoffen wir, dass die Bürgernähe siegt. (job)
Die Bürgernähe siegte nicht. Am Donnerstag berichtete Gert-Dieter Meier aus der Hauptausschusssitzung:
„Nach alter Väter Sitte“
Hauptausschuss behandelt Kongresszentrum und freiwillige Leistungen geheim
Eine Initiative aus den Reihen von Bayreuther Gemeinschaft, SPD und Grünen, zwei Tagesordnungspunkte der gestrigen nichtöffentlichen Hauptausschusssitzung öffentlich zu beraten, ist gescheitert. Die Ausschussmehrheit beharrte auf dem
Verwaltungsvorschlag, die Themen „Freiwillige Leistungen für Vereine und Verbände“ sowie Vertragsangelegenheiten
im Zusammenhang mit dem geplanten Kongresszentrum unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu behandeln.
(…) Im nichtöffentlichen Teil standen zwei Themen zur Beratung an, die in der Öffentlichkeit heiß diskutiert werden: Vertragsangelegenheiten des von Jeff Maisel und der Stadt geplanten Kongresszentrums und – in Vorbereitung des Haushalts 2012 – die Gewährung von freiwilligen Leistungen der Stadt Bayreuth an Vereine und Verbände.
Starkes öffentliches Interesse Stadtrat Gert Lowack (Grüne/Unabhängige) beantragte eingangs der öffentlichen Sitzung, das Thema Kongresszentrum öffentlich zu behandeln, und berief sich dabei sowohl auf die Geschäftsordnung des Stadtrats als
auch auf die Gemeindeordnung. In der zu lesen steht: „Die Sitzungen sind öffentlich, soweit nicht Rücksichten auf das Wohl der Allgemeinheit oder auf berechtigte Ansprüche Einzelner entgegenstehen.“
Lowack sah im vorliegenden Fall weder die persönlichen Daten eines Einzelnen noch die wirtschaftlichen Interessen eines Unternehmens berührt. Dagegen habe die Öffentlichkeit ein außerordentliches Interesse an diesem Thema. Christa Müller-Feuerstein, Fraktionschefin der SPD, beantragte, die Vorberatungen des Haushalts grundsätzlich in öffentlicher Sitzung vorzunehmen: „Da ist nichts geheimhaltungswürdig.“
Oberbürgermeister Michael Hohl hielt beiden Anträgen die Position der Verwaltung entgegen. Zum einen sei in der Geschäftsordnung des Stadtrats vermerkt, dass über „schwebende Darlehens-, Grundstücks- und ähnliche Verhandlungen“ die Nichtöffentlichkeit angezeigt sei. Zum Thema Haushaltsvorberatungen betonte Hohl, dass diese „nach alter Väter Sitte immer nichtöffentlich“ gewesen seien und es gute Gründe gebe, dies so zu tun. Er stelle es aber dem Ausschuss anheim, die Öffentlichkeit durch Beschluss herzustellen. Wie dies auch bei allen bisherigen Sitzungen stets der Fall gewesen sei. Einen Hinweis aber wollte sich Hohl nicht verkneifen: „Sie werden sich in Zukunft schwertun, mit einem Investor Dinge einzutüten, wenn alles gleich öffentlich
gemacht wird.“
Die Abstimmung ergab dann ein deutliches Bild: Vier der anwesenden Ausschussmitglieder aus den Reihen von SPD, BG und Grünen stimmten gegen die nichtöffentliche Behandlung des Themas Kongresszentrum/Verträge, sechs von 17 Mitgliedern wenig später gegen die nichtöffentliche Behandlung des Themas „Freiwillige Leistung von Vereinen und Verbänden”.
Diese rechtlich zumindest äußerst fragwürdigen Abstimmungen habe ich in der Wochenendausgabe des Kurier kommentiert:
Armes Bayreuth
Bayreuth ist ein merkwürdiger Ort: Weltstadt auf Zeit, Bezirkskapitale, Universitätsstandort, Oberzentrum und zugleich tiefste Provinz. Ein Ort, geteilt durch Widersprüche, zwischen denen oben und jenen unten. Reich und arm, wichtig und vergessen.
Zutage getreten sind diese Gegensätze zuletzt bei den OB-Wahlen, bei denen die Wahlbeteiligung jeweils unter 50 Prozent lag. Großer Katzenjammer in der Politik. Ja, wie kann denn das sein? Aber die Frage lautet eigentlich: Warum soll es anders sein? Politische Teilhabe ist in dieser Stadt unterentwickelt, das Vertrauen in OB und Verwaltung gering: Klüngelkreise
entscheiden darüber, wo öffentliches Geld investiert wird. Gutachten bleiben in der Schublade. Und dies wird
gedeckt von einem Stadtrat, der mehrheitlich alles tut, um sich öffentlicher Beobachtung zu entziehen – unter Missachtung geltenden Rechts.
„Sitzungen des Gemeinderates sind öffentlich. Nichtöffentlich darf nur verhandelt werden, wenn es das öffentliche Wohl oder das berechtigte Interesse Einzelner erfordern“, heißt es in der Bayerischen Gemeindeordnung, in der Aufgaben und Pflichten der Kommunen geregelt sind. Den Hauptausschuss des Bayreuther Stadtrats interessieren Recht und Gesetz
aber nicht: „Nach alter Väter Sitte“ – unglaublich, aber wahr, OB Hohl hat dies wirklich so gesagt – wurde diese Woche über die Vergabe von Steuergeldern an Vereine hinter verschlossenen Türen verhandelt.
Öffentliches Wohl? Kaum. Haben die Stadträte etwas zu verbergen? Offensichtlich. Die Bürgervertreter wollen halt nicht, dass ihre Wähler erfahren, nach welchen Befindlichkeiten der ei(ge)ne Verein einen Zuschuss bekommt und der andere nicht. Das ist nicht nur Unrecht, das ist auch feige.
Dass FDP-Stadtrat Schweingel den Wunsch nach Öffentlichkeit als „Marotte eines einzelnen Journalisten“ bezeichnet, macht deutlich, welch feudalistisches Staatsverständnis hier herrscht. Der Ausgang der OB-Wahl hat keinen Lerneffekt in Gang gesetzt, genauso wenig wie die „Wutbürger“ und der Aufstieg der Piraten, deren einziges Programm Transparenz ist.
Diese Haltung setzt sich fort. Die Sparkasse beispielsweise – als öffentlich-rechtliches Geldinstitut indirekt im Eigentum der Bürger – stellte ihre Bilanz 2011 nicht wie üblich in einer Pressekonferenz vor, weil die Medien vielleicht die falschen Fragen gestellt hätten. Armes Bayreuth! (job)
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Damit ist die Angelegenheit natürlich noch nicht erledigt. Die neue OB Brigitte Merk-Erbe hat sich zwar Transparenz auf die Fahnen geschrieben, braucht dafür aber auch eine Stadtrats-Mehrheit – die nach jetzigem Stand nicht absehbar ist. Umso interessanter ist die Stellungnahme des Rechtsamt auf unsere Anfrage vom 24. Februar. Oder bleibt unserer Zeitung nur der Rechtsweg?
P.S.: Einige Leser haben den Eindruck, der Nordbayerische Kurier würde in dieser Sache um des Streites willen streiten. Tatsächlich engagieren wir uns nicht nur deshalb, weil Transparenz ein Grundpfeiler journalistischer Arbeit ist, sondern weil wir der Überzeugung sind, dass die Bürger von Bayreuth ein Recht darauf haben, zu erfahren, wie die demokratischen Entscheidungsprozesse im Stadtrat und seinen Ausschüssen verlaufen und nicht nur gnadenhalber im Nachhinein zu erfahren, was entschieden wurde.
P.P.S.: Diskussionen wie diese gibt es nicht nur in Bayreuth, aber anderswo, zum Beispiel in Unterfranken, sind die Kommunen inzwischen deutlich kooperativer. Wer mehr dazu wissen möchte, folge diesem Link zur Interseite der Kollegen der Main-Post in Würzburg. Dazu hat die Regierung von Unterfranken als zuständige Aufsichtsbehörde im vergangenen Jahr auch ein Schreiben an die Kommunen versandt (Link).
Auf meinen Kommentar hatte Kurier-Leser M. Hofmann gestern an anderer Stelle in diesem Blog einen Kommentar abgegeben. Ich erlaube mir, ihn nebst der Antwort in diesen Post zu verschieben.
Ach Herr Braun,
ein wenig frustriert klingt das schon, wenn Sie jetzt wie in Ihrem Kommentar von heute (der auch als Meinung gekennzeichnet war, dafür vielen Dank) auf die Bayreuther Provinzler insgesamt herabschauen. Es ist aber auch ärgerlich, wenn selbst nach dem “Machtwechsel” immer noch die Mehrheit des Stadtrates (und nicht nur die bösen OBs, Landräte etc.) sich Ihrer Auffassung von Transparenz einfach nicht anschließen will. Immerhin, ein paar haben Sie ja überzeugt – möglicherweise haben die Betreffenden aber auch einfach nur erkannt, dass es ihnen Vorteile (oder die Vermeidung von Nachteilen) bringen könnte, wenn sie auf Ihren Zug aufspringen.
Warum meinen Sie eigentlich, dass ein Stadtratsausschuß zwingend etwas zu verbergen haben muß, wenn Beratungen zur Vereinsbezuschussung (die im Ermessen der Stadt liegt) nichtöffentlich stattfinden? (Die Hohl’sche Steilvorlage der “alten Väter Sitte” lasse ich dabei jetzt einmal außen vor). Ein wenig nach Verfolgungswahn klingt das schon. Diese Generalverdächtigung ist eine unangemessene Unterstellung, ebenso wie Ihre Bezeichnung als “feige” niveaulos ist.
Haben Sie ernsthaft erwartet, dass nach der Wahl plötzlich alles anders ist und jeder so tut wie Sie wollen? Es war doch zu erwarten, dass die Provinzler parteiunabhängig die Reihen schließen, wenn sie pauschal abgewatscht werden. Das hätte ich Ihnen vorher sagen können.
Wenn jemand die Provinzler gefragt hätte.
Oh mei Herr Hofmann,
leider folgen auch Sie klischeehaft der fraktionsübergreifend beliebten Argumentation, dass es bei dem Thema Öffentlichkeit um Überzeugungen und Meinungen geht oder gar darum, der Zeitung zu gefallen. Ob die Stadtrats-Mehrheit etwas zu verbergen hat, ob sie zu feige ist, zu ihren Meinungen zu stehen, oder einfach nur bockbeinig, ist mir ehrlich gesagt egal. Und nein, ich habe nicht erwartet, dass sich an der Haltung des Stadtrats etwas ändert.
Was Sie aber offenbar nicht verstehen (Immerhin sind Sie in guter Gesellschaft) wollen: Es geht nicht um meine Marotten oder mein Stänkertum, wir diskutieren bei diesem Thema eine Rechtsfrage, die kaum Spielräume lässt. Und wenn das “nach alter Väter Sitte” Jahrzehnte falsch gemacht wurde, heißt das ja nicht, dass es richtig ist.
Sie brauchen dazu nur die Gemeindeordnung zu lesen und sich mal umzuhören, wie andere Kommunen (vielleicht nicht gerade Fichtelberg) mit dem Thema Transparenz umgehen – oder auch mal mit den Juristen des Rathauses zu sprechen. Hinter vorgehaltener Hand bestätigen sogar diese, dass die derzeitige Praxis rechtswidrig ist.
Darum dürfen Sie sich sicher sein, dass mit der “alten Väter Sitte” demnächst gebrochen werden wird – notfalls mit Hilfe des Rechtswegs.
Dass ausgerechnet ich derjenige bin, der sich jetzt hiermit herumstreitet, war nicht mein Bestreben. Glauben Sie mir, es bleibt viel Arbeit liegen, die ich lieber tun würde.
Mir war schon klar, dass irgend jemand das böse Wort Provinz aus meinem Kommentar aufgreift. Aber Bayreuth ist Provinz, warum auch nicht. Ich habe im Übrigen mehr als drei Viertel meines Lebens in Kleinstädten verbracht und fühle mich sehr wohl in der Provinz.
Auch ich bin der Meinung, dass unsere Zeitung eine Verpflichtung uns Bürgern gegenüber hat objektiv zu informieren. Dazu gehört aber von allen Seiten Transparenz und Öffnung. Wie soll eine Zeitung objektiv, sachlich und richtig informieren, wenn sie nicht öffentlich Zugang zu Informationen bekommt. Leider ist der Umgang mit Informationen für den Bürger von Seiten offizieller Stellen, wahrscheinlich auch ein Grund für die niedrige Wahlbeteilung. Es fehlt deutlich an echter Bürgernähe. Wieviele Bürger und Unternehmer sind in Projekte einbezogen oder gefragt worden? Und wenn dann eindeutige Entscheidungen feststanden (z. B. durch hochdotierte Wettbewerbe)werden diese wieder umgeschmissen und in Frage gestellt. Wir versuchen immer großstädtisch zu sein, trauen uns aber nicht Neues zuzulassen. Warum sind wir dann nicht zufrieden oder versuchen zumindest die schönste Provinz von allen zu sein. Wie vermessen ist es denn, zu denken wir werden Weltkulturerbe, wenn wir Bayreuth zusperren. Wahnfried ist zu, das Markgräfliche Opernhaus wird umgebaut und bald zugesperrt, aber wir glauben Weltkulturerbe zu werden. Wie möchte die Stadt im Falle dessen, dies vermarkten? Sollen die interessierten Besucher sich nur den Marktplatz anschauen? Ich sehe als Unternehmer für die Zukunft und das kommende Wagnerjahr schwarz, wenn wir es nicht schaffen neue Investoren, neue Innovationen und neue Ideen in Bayreuth zuzulassen. Gott sei Dank ist Bayreuth bunt und nicht braun, dank einer Presse, die dieses Thema thematisiert hat. Zu Recht. Ich glaube an diese Stadt und hoffe auf mehr Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit zum Wohle aller Bürger und Unternehmen. Ich würde mir wünschen, das nur die Besten (ohne farbliche politische Ausrichtung) in den wichtigsten Schlüsselpositionen wären, um unsere Stadt und unseren Staat wieder nach ganz vorne zu bringen.
Was die touristische Vermarktung Bayreuths betrifft, so ist es äußerst bedauerlich (man könnte auch sagen “saubleed”), daß ab Herbst Wahnfried und Opernhaus geschlossen bzw. “verbaustellt” werden. Aber: das Opernhaus muß auch als Weltkulturerbe saniert werden (vor allem, um es auch als Opernhaus nutzen zu können); außerdem liegt die Verantwortung hier nicht bei der Stadt. Und es gibt in Bayreuth noch mehr zu zeigen bzw. zu sehen…
Um ein für mich bezeichnendes Zitat rauszugreifen:
“Damit ist die Angelegenheit natürlich noch nicht erledigt. Die neue OB Brigitte Merk-Erbe hat sich zwar Transparenz auf die Fahnen geschrieben, braucht dafür aber auch eine Stadtrats-Mehrheit – die nach jetzigem Stand nicht absehbar ist.”
Gefühlt wird an dieser Stelle zum ersten Mal in der episodenhaften Kleinbürger- und Provinzkasperl-Kritik, die seit Wochen mehr und mehr Raum einnimmt und – bei allem Respekt vor dem Streben nach Transparenz und Öffentlichkeit im Sinne der Bürger – teils die Grenzen von Tragik und Komik mehr als nur verwischt und dadurch leider allzuoft ein mitleidiges Kopfschütteln viel eher hervorruft als ein mildes Schmunzeln, deutlich, dass die angemahnte Transparenz keineswegs nur dem scheidenden Oberbürgermeister zur Last gelegt werden kann. Durch die (zurecht) angeprangerten Versäumnisse wurde durch die lokalen Medien Wahlkampf betrieben und nicht weniger.
Dass aber die Entscheidung “nicht-öffentlich” und “öffentlich” vom gesamten Stadtrat getroffen wird und somit dieser als zu kritisierendes Element herauszustellen ist, kam mehr als nur zu kurz. Die Darstellung, dass offenbar einzig und allein der OB hier verantwortlich ist, setzte sich doch mehr und mehr fest in den Köpfen der Menschen respektive Wähler.
Ist es also Aufgabe einer lokalen “Medienmacht”, hier die geforderte Transparenz selbst ein wenig zu vernachlässigen, da zu dieser eben auch korrekte Informationen gehören?
P.S.: Nur zur Klarstellung: Hohl hat die Wahl nicht wegen diesem Aspekt alleine verloren, aber diese Episode passt in das Bild, welches hier seit Monaten gezeichnet wird.
Sie haben’s doch selbst zitiert, Herr Knod, es geht in der Transparenz-Debatte nicht um den OB allein, es geht um eine Mehrheit des Stadtrats – genau das ist Inhalt dieses Posts.
Aber auch Sie können gerne weiter an der Dolchstoßlegende feilen, wonach die böse Zeitung die OB-Wahl entschieden hat. Traurig nur, dass bei diesen Erwägungen die Intelligenz und Eigenverantwortlichkeit der Wähler völlig außer Acht gelassen wird. Mit welchem Recht maßen Sie sich das an, Herr Knod?
Und was denn nun? “Zurecht angeprangerte Verhältnisse” oder “Wahlkampf”? “Respekt vor dem Streben nach Transparenz” oder “Provinzkasperltum”?
Welche “Dolchstoßlegende”? Ob man gerade diesen Begriff hier verwenden muss, erscheint doch fraglich.
Ja, es geht um die Mehrheit im Stadtrat. Angebracht wurde die Kritik aber stets in direktem Zusammenhang und als “Vorwurf” an den scheidenden Oberbürgermeister. In sehr seltenen Fällen tauchte das Faktum Stadtratsmehrheit auf, meist wurde die Kritik an eine Einzelperson gerichtet.
Für Sie gerne noch einmal:Die “zurecht angeprangerten Verhätlnisse” stehen in keinem Widerspruch zum “Wahlkampf”. Mir geht es um die Art und Weise des Umgangs mit der berechtigten Kritik. Denn diese wurde über den OB ausgeschüttet und nicht über den Stadtrat. Anprangerung ja, aber dann bitte (deutlich) an der richtigen Stelle.
Und auch an meinem zweiten Punkt halte ich fest: Leider erweckt dieser Blog und auch eine Menge an weiteren Texten den Eindruck, dass sich hier ein Redakteur in ein Thema verbissen hat und davon nicht ablassen kann. Wie gesagt: Die redaktionelle Arbeit will niemand missen, aber der persönliche Wettbewerb, der immer wieder mehr oder weniger nötig angeschoben wird.
Zum Ende: Die Unterstellung, ich würde die Eigenständigkeit und Intelligenz der Wähler vernachlässigen, können Sie sich sparen, das dürften Sie aber selbst wissen. Vielmehr sollte man doch mittlerweile wissen, wie sehr gerade in heißen Wahlkampfphasen die Medien direkten Einfluss nehmen. Und wenn dabei nur “ein schwarzes Schaf” gegen eine “heilige Kuh” antritt, ist das nicht mehr nur Meinungsmache, sondern ein Eingriff in den Wahlkampf.
Sehr geehrter Herr Knod,
ungeachtet der Blockade-Haltung des Stadtrats richtete sich meine Kritik vor allem an den OB. Aus gutem Grund, denn er machte die Tagesordnung, und er legte fest, was nichtöffentlich ist und was öffentlich. Er und kein anderer. Und wenn Herr Dr. Hohl Transparenz hätte haben wollen, dann hätte es sie gegeben – seine Juristen hätten dies wunderbar begründen können, auch gegen die restaurativen Kräfte des Stadtrats. Was durch Frau Merk-Erbe zu beweisen ist.
Und Sie haben Recht: Ich habe mich in dieses Thema verbissen, weil es die Grundlage der politischen Berichterstattung des Kurier ist, und für den bin ich nun mal verantwortlich. Und weil ich diese Geheimnistuerei auch aus meiner demokratischen Haltung heraus völlig inakzeptabel für eine “Volksvertretung” halte. Mit “Persönlichem Wettbewerb” hat dies nichts zu tun, nur mit Grundhaltung. Es ging auch nie um die Person Hohl, sondern ausschließlich um dessen Haltung und dessen Handlungen.
Zu Ihrem Ende: Sollten Sie einen Artikel zum Wahlkampf vorlegen können, in dem Herr Dr. Hohl von uns unfair behandelt wurde und ein anderer bevorteilt wurde, spendiere ich Ihnen eine gute Flasche Rotwein aus meinem Keller. Aber bitte kommen Sie nicht mit einem Kommentar wie “Dr. Hohl kneift”, der lediglich eine Reaktion auf dessen Handlung war, nämlich die Absage der Kurier-Podiumsdiskussion. Selbst unter den CSU-Granden hat sich inzwischen die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Wahl-Niederlage selbstverschuldet war, mögen sie dies auch nur hinter vorgehaltener Hand zugeben.
Erst heute hat mir einer der Verleger vorgworfen, nein: gesagt, wie sehr ich mich doch im Februar getäuscht hatte, als ich ihm mit Überzeugung prognostizierte, dass Hohl die Wahl gewinnen werde. Ist so, glauben Sie’s oder nicht.
Das wurde hier sehr gut beobachtet.
Auch (beispielsweise) bei der Darstellung der Sachverhalte Stefan Schlags/Lärmschutzproblematik sowie Richard-Wagner-Museum/”interne Studie der Stadtverwaltung” wurden Rechercheergebnisse höchst unausgewogen nur in eine Richtung veröffentlicht. (Und nein. Ich bin weder Herr Schlags noch Frau Gote noch Wagnerianer noch Herr Becher noch Städtischer Angestellter … .)
Auf diese Weise kann Stimmung für eine vermeintliche Quote erzielt werden, für die – unter dem Deckmäntelchen höchst subjektiver Transparenz – das eine oder andere demontierte Bauernopfer (gleich welcher Couleur) gerne in Kauf genommen werden.
Es ist angenehm zu sehen und zu hören, dass sich immer weniger Büger bzw. Leser (auch dies partei- und interessenübergreifend) mit diesem neuen Stil beim Kurier nicht identifizieren möchten.
Es ist angenehm zu sehen und zu hören, dass sich immer weniger Büger bzw. Leser (auch dies partei- und interessenübergreifend) mit diesem neuen Stil beim Kurier nicht identifizieren möchten.
Diesen Satz könnte Karl Valentin auch gesagt haben.
Aber generell: die wenigsten Leute verstehen die Intention des Herrn Braun um mehr Transparenz.
“Nach alter Väter Sitte…” und dem Wissen, dass gegen die Gemeindeordnung verstoßen wird, ist eines promovierten Juristen unwürdig
Guter alter Freund Giovanotti,
woher wissen Sie denn, das einseitig recherchiert wurde? Weil die Betroffenen das behaupten? Was für eine Quote will die Zeitung? Und Sie wissen, welche Geschichten Auflagen bringen? (Ich tue mich da auch nach 28 Jahren noch schwer.) Wer ist denn ein “Bauernopfer” des Kurier? Woher wollen Sie denn wissen, dass sich immer weniger Leser mit dem Kurier identifizieren? Kennen Sie die Auflagen- und die Umsatzentwicklung?
Respekt, mit was Sie sich alles auskennen!
…”dass sich immer weniger Büger mit diesem neuen Stil beim Kurier nicht identifizieren möchten.”
Ich weiß nicht “wie rum” diese Aussage gemeint ist.
Ich finde jedenfalls die neue Herangehensweise von Joachim Braun beim Kurier richtig, weil ich von der Zeitung möglichst umfassend unterrichtet werden will.
Dazu zählt auch die Sache mit Herrn Schlags.
Meines Wissens nach geht dieser Beitrag auf GDM zurück. Und dass dieser nicht gerade ein Verfechter von Transparenz war und offensichtlich ist, wissen viele Leser schon lange.
Eine gute Zeitung muss eben auch andere Meinungen von Journalisten zulassen, nur dann spiegelt sie unsere Gesellschaft wieder.
Also kurz gefasst:
Ich verlange von meiner Zeitung, dass sie sich für Transparenz einsetzt
und ich akzeptiere oder erwarte auch unterschiedliche Meinungen von Journalisten (als Kommentar gekennzeichnet!).
Der Kurier ist schon auf dem richtigen Weg.
Hallo Herr Honder,
…”dass sich immer weniger Büger mit diesem neuen Stil beim Kurier nicht identifizieren möchten.”
Sie haben Recht. Das “nicht” war zu viel. Danke für Ihre (beiden) Antworten!
Sie müssen schon gescheit lesen: Ich schrieb nicht von einseitiger Recherche, sondern von einseitiger Darstellung der Rechercheergebnisse. Das ist ein großer Unterschied.
Was Ihre vielen Fragen angeht, verstehen Sie sicher, dass ich Ihnen in der Kürze der Zeit die fehlenden Basics nicht erläutern kann. Zumal ich nicht vorhabe, Sie entgegen Ihrer hartnäckigen Bemühungen in meinen Kreis weder alter noch guter Freunde aufzunehmen.
Was Ihre latente Spitze (Stichwort “doof”) gegen mich an derer Stelle in diesem Blog angeht. Vielleicht schlagen Sie einmal in einem einschlägigen Psychologiehandbuch unter dem Stichwort “Projektion” nach. Da wird Ihnen geholfen.
Giovanotti,
lassen Sie mich eine Bemerkung eines geborenen Franken machen:
Wir Franken sind hyperempfindlich und möchten gerne in Harmonie mit allen anderen Menschen leben.
Das macht es sehr schwer, mit ihnen über alltägliche Probleme und Konflikte zu reden, ohne dass sie sich emotional angefasst fühlen.
Su semma hald.
Lieber Hans Honder,
hyperempfindlich bin ich nur, wenn eine Person glaubt, über mich als Teil einer Gruppe ein Urteil fällen zu dürfen.
So a ….
Lieber Chris Scherer,
ich muss noch etwas ergänzen.
Wir Franken fühlen uns auch schnell angegriffen. Es war doch an Giovanotti gerichtet!
Hallo Herr Braun,
aus meiner Sicht sind Sie genau auf dem richtigen Weg.
Transparenz ist wichtig, denn nur so kann der Bürger am politischen Leben teilhaben.
Aus meiner eigener Erfahrung ist geforderte Transparenz gerade den Stadträten nicht besonders genehm: Da sie oft wenig informiert Entscheidungen treffen müssen, kann man diese Entscheidungen oft gar nicht transparent machen.
Hier muss ein Umdenken bei den Stadträten einsetzen. Diese müssen erst einmal die Informationen einfordern, die sie brauchen, um überhaupt die Entscheidungen nachvollziehbar treffen zu können.
Wie sich im aktuellen Fall zur Neugestaltung des Richard-Wagner-Museums zeigt: Hier wurde von der Stadt(-verwaltung) nicht umfassend informiert, aber bereits Beschlüsse gefasst.
Das führt nun zur einer sehr peinlichen Situation:
Bayreuth hat ein geschlossenes, ausgeräumtes Richard-Wagner-Museum und der Prozess für die Neuerrichtung ist gestoppt.
Das ist blamabel für die Verwaltung und den scheidenden OB, aber vor allem auch für den Stadtrat, der sich durch hat vorführen lassen.
Im Prinzip hat es aber der Stadtrat selbst in der Hand, für eine bessere Situation zu sorgen. Er ist das beschließende Organ und gibt sich selbst die Geschäftsordnung. Er kann beschließen, welche Informationsrechte er hat und welchen die Informationspflichten die Verwaltung mit dem Oberbürgermeister als deren Leiter nachkommt.
Wenn – wie bisher – die Verwaltung nur dann Auskunft geben muss, wenn es dem OB genehm ist, oder eine Stadtratsmehrheit ihn dazu zwingt, wird es schwer bleiben, das Informationsbedürfnis des einzelnen Stadtrats zu befriedigen.
Wenn aber auf Antrag jeder Fraktion Auskunft gegeben werden muss, wird ein Umdenken in der Verwaltung einsetzen, welches zu mehr Transparenz führen wird und so das Handeln der Verwaltung und ihres beschließendem Organ – dem Stadtrat – dem Bürger wieder näher bringt. So kann dann auch eine effektive Kontrolle des Handels erfolgen und Fehler vermieden werden.
Leider ist diese Erkenntnis bei den Stadträten bisher noch nicht angekommen und die Geheimniskrämerei wird fort geführt.
Herr Braun, bleiben Sie dran: Für Bayreuth!
Tja, da ist wohl noch viel Perestroika noetig,
bis beim Stadtrat Glasnost einzieht.:-)
Sehr geehrter Herr Braun,
ich möchte mich zunächst bei Ihnen für Ihr Engagement für mehr Transparenz herzlich bedanken. Dieses Thema wurde lange verschlafen und somit schon lange rechtswidrig gehandelt.
Die Gemeindeordnung sieht nur in sehr wenigen Ausnahmefällen die Nichtöffentlichkeit von Tagesordnungspunkten vor.
Die neuere Rechtsprechung geht sogar so weit, dass zu Unrecht in nichtöffentlicher Sitzung behandelte Beschlüsse regelmäßig für nichtig erklärt werden. Der Stadtrat begibt sich hiermit somit selbst auf sehr dünnes Eis.
Da von Seiten der Stadt keine Verhaltensänderung zu erkennen ist, empfehle ich Ihnen, die Rechtsaufsichtsbehörde einzuschalten (Art. 108 ff GO: im Fall der Stadt Bayreuth die Regierung von Oberfranken). Diese sind verpflichtet, bei Rechtsverstößen einzuschreiten bzw. die Rechtmäßigkeit des Verwaltungshandelns zu überprüfen.
Bleiben Sie dran. Ich wünsche Ihnen noch einen langen Atem.
Ist es nicht so, dass der Oberbürgermeister die Tagesordnung macht und damit auch entscheidet ob öffentlich oder nicht öffentlich?
Ja.
Na also, dann liegt es doch nur am OB oder der OBin?!?
Ganz so einfach ist es dann doch nicht.
Es könnte doch vielleicht sein, dass der Stadtrat so sehr die nichtöffentlichen Sitzungen liebt, damit nicht immer wieder nach außen durchdringt, dass dem Gremium nicht wenige Leute angehören, die vom Tuten und Blasen keine Ahnung haben, und sehr viel, ohne richtig hinterfragt zu werden, einfach so abgenicket wird
Sollte es tatsächlich so sein, dass dem Stadtrat einige Leute angehören, die “vom Tuten und Blasen keine Ahnung haben”, dann wäre hierfür doch wohl der Wähler mitverantwortlich. Oder?
Ich behaupte einfach mal. daß ein Drittel der Stadträte keine Ahnung hat. Natürlich ist der Wähler mitverantwortlich.
Gründe: keine Ahnung, zu alt, Demenz, Simple mind, leichtgläubig, kann 2 u. 2 nicht zusammenzählen, etc., etc….
Welcher Wähler? Der Ein-Parteien-Wähler? Der Einfach-so-Wähler? Der Protestwähler? Oder jeder Wähler?
Selbst wenn ich heute nach besten Wissen und Gewissen mein Kreuz bei einem Kandidaten setze, kann sich dieser hinterher noch als Versager und Luftnummer entpuppen. Dieser Fehler lässt sich allerdings dann nicht mehr so leicht korrigieren.
Als Kandidaten klopfen halt manche Sprüche und wenn sie dann gewählt sind, kommt das Pfeifen im Walde. Viele werden halt leider auch gewählt, weil sie von anderen Leuten empfohlen werden, weil man sie vielleicht aufgrund ihres Berufes schon ein paar mal gesehen hat.
Das Problem ist meiner Meinung nach, dass die wenigsten Stadträte sich Informationen zusammentragen über Dinge, die anstehen. Da wird oft unvorbereitet in die Sitzung gegangen und der Herr Referent oder der OB trägt vor, erzählt den Herrschaften auch noch, dass das so sein muss. Aufgrund fehlender eigener Informationen und Kenntnisse wird den Vortragenden geglaubt und abgenickt.
Habe schon mit Stadträten über so manche Dinge diskutiert wobei sich dann herausstellte, dass sie in der entscheidenend Sitzung zwar anwesend waren, sich aber an nichts davon mehr erinnern konnten.
Kann nur jedem Bürger empfehlen, immer mal in eine öffentliche Sitzung zu gehen und sich so das eine oder andere Trauerspiel anzusehen. Schnell wird dann einem auch klar, wer die Herrschaften ohne Ahnung vom Tuten und Blasen sind
Es sind halt die gleichen Typen, die in manchen
deutschen Unternehmen und Landesbanken, gut dotiert,vor sich hin schlummern.
Natuerlich in allem eine Zehnerpotenz mickriger.
In Anlehnung an Klaus Staeck keine Stadtraete
sondern “Stattraete”.